Verdiente Winterpause

So ein Schneechaos gibt es im Ruhrgebiet gerade kurz vor Weihnachten nur alle Jubeljahre mal. Die Chancen stehen also gut, in diesem Jahr eine seltene weiße Weihnacht zu erleben.

In die verdiente und wohl auch nötige Winterpause gehen nun auch die Fußballerinnen und Fußballer, die soeben ihren letzten Spieltag hinter sich gebracht haben. Dabei gab es noch einige interessante Begegnungen. Doch im Fokus sollen natürlich auch diesmal vor allem die Spiele der Ruhrpottclubs stehen:

Der RWO hat gegen Arminia Bielefeld unerwartet ein zwar torloses, aber gutes Spiel gemacht, hatte viele Chancen und konnte schließlich einen Punkt zu Hause behalten. Bilanz nach dem 17. Spieltag: Platz 14 kann und darf nicht das Beste sein, was am Ende der Saison rauskommt. Also nach dem Winterschlaf wieder erwachen und sich auf die einstelligen Plätze einschießen!

Auch in der ersten Liga gab es eine Überraschung: Der VfL, der in den letzten Spielen auch weniger durch gute Leistungen überzeugte wie der RWO, kämpfte überragend und schlug die Hannoveraner Gastgeber schließlich mit 2:3. Doch der Abstieg droht auch in dieser Saison wieder allzu heftig. Platz 16 – das kann es nicht gewesen sein, Bochum! Gas geben im neuen Jahr!

Der FCR Duisburg konnte am letzten Spieltag auch noch einmal 3 Punkte einfahren und besiegte den HSV mit einem klaren 4:0. Lediglich das bessere Torverhältnis hat den punktgleichen Potsdamerinnen die Herbstmeisterschaft eingebracht. Der FCR ist somit Tabellenzweiter. Und den meisten Stress aller Duisburgerinnen dürfte Inka Grings gehabt haben: Ihr Jahr 2009 war sicherlich eines ihrer überragendsten aller Zeiten. Sie gewann den DFB-Pokal, wurde Europameisterin, ist Deutsche Fußballerin des Jahres, Torschützenkönigin der Frauenfußball-Bundesliga und Spielerin der Saison 2009. Was wäre da naheliegender gewesen als auch den Titel zur Weltfußballerin des Jahres zu erhalten? – Richtig, nichts wäre naheliegender gewesen! Und doch – man glaubt es nicht – ist sie bei der FIFA World Player Gala 2009 weit abgeschlagen nur auf einem unverdienten Platz 5 gelandet. Ein unverständliches Ergebnis, wie ich finde. Zumal Birgit Prinz, vor der ich viel Respekt habe, die aber kein vergleichbar fulminantes Jahr erlebt hat, mit deutlich mehr Stimmen auf Platz 2 direkt hinter der zum vierten Mal in Folge zur Nummer 1 gewählten Brasilianerin Marta gelandet ist. Wer kann das verstehen? Ich jedenfalls nicht. Aber ein kleiner Trost mag sein, dass jeder, der Inka Grings in diesem Jahr verfolgt hat, selbst weiß: Sie ist die wahre Weltfußballerin des Jahres und wird uns sicher auch 2010 wieder mit ihrem Talent und Können überzeugen.

Zum Weiterlesen:

http://de.fifa.com/classicfootball/awards/gala/news/newsid=1151321.html#gluckliche+gewinner

Jetzt ganz neu – das Gästebuch!

Was ist schon eine Website oder ein Blog ohne ein Gästebuch? – Eben, nur was Halbes, nichts Ganzes. Also nun, ab sofort gibt es auch die Möglichkeit, einen Kommentar im Gästebuch zu hinterlassen. Was bisher nur zu den einzelnen Beiträgen ging. Ich hoffe natürlich auf massiven Zulauf und freue mich schon auf eure Meinungen zum Blog oder auch über einen kleinen Gruß!

Noch keine Weihnachtsgeschenke?

Ich auch nicht. Aaaaber, da kann man ja Abhilfe schaffen. Meint auch der Kulturteil des Münsteraner Semesterspiegels und rezensiert in seiner aktuellen Ausgabe vom 14. Dezember fünf Bücher zum Fest der Liebe. Darunter auch Scheinfrei, welche Freude!

Scheinfrei ist der Roman einer Autorin, die den Ruhrpott und das Studentenleben dort am eigenen Leib erfahren durfte. Er erzählt von den Höhen und Tiefen im studentischen Alltag und einige Male erwischt man sich beim Lesen dabei, zu denken „die Situation kenn ich doch!“. Genau das richtige Buch also, um als Studierende/r über die Winter-Semesterferien zu kommen!

Wer sich Anregungen für das anstehende Weihnachtsfest holen möchte, blättert am besten gleich virtuell auf Seite 26: http://semesterspiegel.uni-muenster.de/media/pdfs/ssp385web.pdf Wer sich über die aktuellen und zurückliegenden Fakten des Bildungsstreiks auf dem Laufenden halten will, sollte sich die Ausgabe aber ruhig ganz durchlesen. Hier gibt es insbesondere – klar – für Studenten viel Lesenswertes zu entdecken!

Was bringt das neue Jahr?

Neben allerlei Vorsätzen wie „mit dem Rauchen aufhören“, „mehr Sport machen“ und „Küchenschränke auswischen“ stehen vor allem einige Lesungen im ersten Quartal an: Im Januar lese ich zum ersten Mal meine Kurzgeschichte aus Sex – Von Spaß war nie die Rede II in München. Gemeinsam mit Moses Wolff und Lino Wirag, die ebenfalls ihre Texte lesen. Und das in der schönen Buchhandlung Sinn & Sinnlichkeit, die direkt an der Reichenbachbrücke, also an der Isar liegt. http://www.sinnundsinnlichkeit.com/

Im Februar führt es mich nach Leipzig, worauf ich mich auch schon ganz besonders freue. Ich hoffe, dass ich Zeit finde, um mir die Stadt ein bisschen anzusehen, bevor es dann abends zur Lehmanns Buchhandlung geht. Regina Nössler wird aus Kerzenscheinphobie lesen, ich aus Scheinfrei. http://www.lehmanns.de/leipzig

Und im März kommt dann mein allererstes Heimspiel – ich lese bei der Rosa Strippe in Bochum. Allerdings vor geschlossener Gesellschaft. Im Sommer wird es aber eine Wiederholung geben, und dann öffentlich. http://www.rosastrippe.de/

Genaue Termine und Lesestätten sind unter Termine zu finden.

Und wer noch einen Tipp für 2010 braucht, der sollte sich schleunigst mit dem Programm von RUHR2010 vertraut machen. Am besten ist es, sich mal ein Jahr bezahlten Urlaub zu nehmen und alles zu besichtigen und mitzuerleben: http://www.ruhr2010.de

Aufregende Spiele mit vielen Bayern

Da ahnte noch keiner, dass sieben Tore fallen würden

Da ahnte noch keiner, dass sieben Tore fallen würden

Gleich drei bairische Vereine spielten am vergangenen Wochenende gegen Vereine aus Nordrhein-Westfalen. Bei zweien dieser Spiele mit süddeutschen Gästen war ich vor Ort: Der FCR Duisburg empfing am vergangenen Samstag den FC Bayern und hatte noch die letzte Niederlage gegen die Münchnerinnen gut im Gedächtnis. Damals, am 1. April unterlagen die Duisburgerinnen mit 1:2 im eigenen Stadion. Das sollte sich nun ändern.

Trotz Kälte und Nieselregen begann die Partie direkt spannend. Auf Bayern-Seite feierte Melanie Behringer ihre Wiedereingliederung nach langer Verletzungspause; die Duisburgerinnen durften sich über Inka Grings freuen, die nach Zwangspause aufgrund ihrer gelb-rot-Sperre nun aber wieder dabei war.

Bereits nach 11 Spielminuten gingen die Duisburgerinnen durch das Tor von Marina Hegering in Führung. Wenige Minuten später kam Inka Grings dann wieder zum Zug: ihr 306. Bundesligator. Dann folgte vor der Halbzeitpause das 3:0 durch Simone Laudehr. Eine gute Basis, um in die zweite Halbzeit zu starten. Unter den 1.053 Zuschauern waren diesmal auch einige höchst exklusive Gäste: Keine Geringeren als Nationaltrainerin Silvia Neid und DFB-Trainerin Maren Meinert (nebenbei bemerkt: gebürtige Duisburgerin und ehemals auch aktiv beim FCR) mischten sich unters Publikum und dürften sich die ein oder andere Spielerin notiert haben.

Auch die Münchnerinnen hatten prominente Fans dabei. So staunte ich nicht schlecht, als ich Shary Reeves in der Reihe vor mir erblickte. Die Moderatorin von Wissen macht Ah! war früher auch in der Fußballbundesliga aktiv und kickte für den SC 07 Bad Neuenahr.

Und dann lief alles wie von selbst: Beinahe chancenlos mussten die Bayern den Triumph der Gastgeber hinnehmen. In der 54. Minute folgte das 4:0 durch eine entschlossene Jennifer Oster. Zehn Minuten später gefolgt vom 5:0 wiederum durch Simone Laudehr, die nach einem herrlichen Kombinationsspiel das Leder sicher in den Kasten brachte. Die Bayern nun geschockt und ohnmächtig. Es folgte, was in solchen Situationen folgen muss (aber nicht sollte): Durch immense Fouls brachten sich die Gäste nun ins wortwörtliche Abseits und kassierten zwei weitere Tore durch selbstverdiente Foulelfmeter: Grings verwandelte ihr 307. Bundesligator in der 85. Minute. Nur drei Minuten später kam auch noch Linda Bresonik zum Zug und machte den Sack mit einem triumphalen 7:0 zu.

Stimmung und Wetter Hand in Hand

Stimmung und Wetter Hand in Hand

Am Sonntag ging es dann ins heimatliche Niederrheinstadion. Bei noch ungemütlicherem Wetter empfing der SC Rot-Weiß Oberhausen vor schwankenden Zuschauerzahlen von 4.000 bis 6.500 (je nachdem, ob man ARD, ZDF oder WDR konsultierte) den TSV 1860 München. Kurz vor Anstoß gab es ein Präsent der Sechz’ger, nämlich stinkende blaue Rauchbomben. Kein schöner Start. Doch nach drei Niederlagen der Malocher aus dem Ruhrpott sollten heute schließlich Punkte eingefahren werden. Aber, um den Schmerz möglichst gering zu halten, kurz und knapp: Das einzige Tor, das die Oberhausener an diesem Tag machten, ging in den eigenen Kasten. Somit stand es in der 63. Minute 0:1 für die Gäste. Und bei diesem Spielstand blieb es dann trotz aller Bemühungen auch. Es war wahrlich kein schönes Spiel, das da unter regnerischer Kulisse geboten wurde. Also lieber schnell vergessen und nach vorne schauen. Immerhin ist der RWO trotz seiner vier Niederlagen in Folge noch auf Tabellenplatz 10.

Die dritten Bayern mussten nicht verreisen, sondern bekamen Besuch aus Gladbach. Der FCB bezwang die unglücklichen Borussen mit 2:1. Ich drücke nun dem VfL für nächstes Wochenende die Daumen und bin traurig, dass ich nicht dabei sein kann, wenn der FC Bayern ins rewirpower Stadion kommt. Glück auf, ihr Bochumer!

Sie waren wieder ein Wechselbad der Gefühle, diese Fußballtage im Pott. Und ich freue mich schon auf übernächstes Wochenende. Da ist Arminia Bielefeld zu Gast bei RWO. Und ich kann dabei sein. Herrlich! Doch vorher steht noch das schwere Auswärtsspiel in Düsseldorf bevor. Malocher, ihr macht dat schon!

Scheinfrei – Playlist Teil 3

Weiter geht es mit der Playlist zum Buch. Im Kapitel Patchwork ist in läuft im Radio All I need von Air. Ein verdammt cooles Lied und hier das ebenso coole Video von YouTube.

Romantisches Bamberg

Was für eine herrliche Stadt! Am Freitag hatte ich Gelegenheit, vor meiner abendlichen Lesung noch ein bisschen durch das wunderschöne Bamberg zu flanieren und mir einige der vielen Sehenswürdigkeiten anzuschauen.

Später erklärte mir René von Uferlos e.V., dass Bamberg den größten unversehrt gebliebenen Stadtkern ganz Deutschlands und deshalb dieses schmucke Flair besitzt. Eine Stadt, in der es sich offenbar sehr gut leben lässt; das konnte ich auch bei einigen Gesprächen am Abend feststellen. Wolfgang, der Inhaber der gemütlichen Weinstube, in der Martin Arz und ich lesen durften, bekannte sich als verliebter Ur-Bamberger, der mich darum beneidete, sein geliebtes Städtchen mit dem unverbrauchten neuen Blick betrachten zu dürfen. Schließlich war ich zum ersten Mal hier!

Geboten wird den 70.000 Einwohnern offensichtlich auch einiges. Das kann der einzige Grund dafür sein, dass zu unserer Lesung nur drei Hand voll Leute erschienen. Aaaaber: so klein es auch war, so nett war das Publikum! Voller Aufmerksamkeit verfolgten die Zuhörerinnen und Zuhörer unsere zweistündige Lesung mit lustigen und mörderischen Zutaten.

In der Galerie am Unteren Stephansberg

In der Galerie am Unteren Stephansberg

Das gemütliche Beisammensein im Anschluss wurde u. a. mit dem Bamberger Rauchbier begangen, was mir noch einen Tag später in den Knochen steckte. Was mich nicht daran hindert, bald ein weiteres zu öffnen, das wir von Uferlos geschenkt bekommen haben.

Ein schöner Abend war es, fast ein bisschen familiär! Weitere Fotos folgen in den nächsten Tagen unter Live … (Danke an Martin und Carsten für’s Fotografieren!)