Wiederaufstiegs-Garantie – VfL Bochum hat Großes vor

Der Abstieg in die Zweitklassigkeit ist schon kein Thema mehr, man arbeitet beim VfL Bochum bereits aktiv am Wiederaufstieg. Und ist sich seiner Sache so sicher, dass es  Tickets mit Wiederaufstiegs-Garantie gibt. Diese Aktion ist wohl einmalig in der DFL und sucht Ihresgleichen. Kein Scherz! Für jedes verlorene Heimspiel in der Saison 2010/11 gibt es für Dauerkartenbesitzer, die mit dem Erwerb ihres Tickets gleich ein Wertpapier mit Aufstiegszertifikat erhalten, anteilig Geld zurück. Nicht nur eine wunderbare Marketingstrategie, sondern auch das Signal an die enttäuschten Fans: Wir wissen, wir müssen was tun!

In rund acht Wochen beginnt die Bundesligasaison. Und nun heißen die Gegner des VfL Bochum nicht mehr Schalke, FC Bayern und Werder Bremen, sondern Erzgebirge Aue, VfL Osnabrück und Ingolstadt 04. Und das Schlimmste für mich persönlich: Rot-Weiß Oberhausen, mein Heimatverein, dem ich mindestens ebenbürtige Treue halte. Was also machen, wenn die beiden aufeinandertreffen? – Nicht hingucken? Zur Halbzeit die Kurve wechseln? Ich versuche es einfach zu nehmen wie es kommt und hoffe in Hin- und Rückrunde auf spannende Begegnungen, die womöglich unentschieden ausgehen.

Es funkelt: Nachdem Heiko Herrlich kurzfristig vor Saisonende entlassen wurde und Wosz für die verbleibenden Spieltage den unglücklichen Posten des Trainers übernahm, der auch nichts mehr retten konnte, hat sich der VfL nun mit Friedhelm Funkel geeinigt. Funkel trainiert also nun die Bochumer Jungs – doch, ist das gut oder schlecht?

Friedhelm Funkel ist ein bekannter Name, keine Frage. 16 Jahre lang war er selbst aktiver Spieler, hat bei Uerdingen und Kaiserslautern gekickt. Seine Trainerkarriere ist durch Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Seine Stationen: Bayer Uerdingen, MSV Duisburg, Hansa Rostock, 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt und zuletzt Hertha BSC. Gerade, wenn man an die glücklose letzte Saison von Hertha denkt, muss man schlucken. Mit Hertha abgestiegen, mit Bochum aufsteigen – kann der das schaffen?

Die Bilanz:

Bayer Uerdingen: dreimaliger Abstieg  (allerdings zweimaliger sofortiger Wiederaufstieg) –> nach dem Abstieg 1996 Wechsel zum MSV Duisburg

MSV Duisburg: Aufstieg von Duisburg in die 1. Bundesliga, dreimaliger Klassenerhalt, 2000 dann abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz –> Funkel wird entlassen und übernimmt Bundesligisten Hansa Rostock

Hansa Rostock: Klassenerhalt geschafft, doch 2001/02 viele schwache Partien –> Funkel wird entlassen und wechselt zu Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: 2005 Aufstieg in die 1. Bundesliga, Einzug ins DFB-Pokalfinale, Start im UEFA-Cup, 2006/07 Klassenerhalt in der 1. Bundesliga (Platz 14), Halbfinaleinzug im DFB-Pokal. Die Saison 2007/08 endet mit Platz 9 und ist damit die erfolgreichste Saison für den Trainer. 2008/09 sportlich unbefriedigender Verlauf der Rückrunde, Kritik an Funkels Arbeit –> Funkel bittet um vorzeitige Beendigung des eigentlich bis zum 30. Juni 2010 befristeten Vertrags, Wechsel zu Hertha

Hertha BSC: Funkel übernimmt das Traineramt, nachdem am 28. September 2009 Trainer Lucien Favre entlassen wird, weil die Hertha sechs Niederlagen in Folge kassiert. Mit sechs Punkten gehen die Berliner abgeschlagen als Tabellenletzter in die Winterpause. Die Krise erlebt ihren Höhepunkt am 13. März 2010: 1:2-Heimniederlage gegen den 1.FC Nürnberg, hunderte Fans stürmen anschließend den Innenraum und demolieren Werbebanden und Ersatzbänke. Hertha bricht in dieser Saison den Negativrekord: Keiner Bundesliga-Mannschaft war es zuvor je gelungen, in 16 Heimspielen in Folge sieglos zu bleiben. –> Funkels Vertrag wird nicht verlängert, er wechselt zum VfL Bochum

Und nun …?

VfL Bochum: … hier wird hoffentlich bald stehen: “… und machte den Wiederaufstieg mit Friedhelm Funkel perfekt, dem es schon mit Bayer Uerdingen zwei Mal in Folge gelungen war, ins Oberhaus einzuziehen!” – Warten wir es ab.

Die wichtigsten Termine für alle VfL-Fans:

Freitag, 2. Juli, 17:00 Uhr: Trikotpräsentation bei Karstadt sports, Ruhr-Park Bochum
Sonntag, 4. Juli,  11:00 Uhr: Mannschaftsfoto-Shooting, rewirpowerSTADION
Montag, 5. Juli, 15:00 Uhr: Trainingsstart, Trainingsgelände am rewirpowerSTADION

Aus für Herrlich – Chance für den VfL?

Kurz vor Saisonende hat sich nun der VfL Bochum von Trainer Heiko Herrlich getrennt. Besonders bitter stößt es einem auf, wenn man sich an die Worte von VfL-Sportvorstand Thomas Ernst erinnert, Herrlich werde auf jeden Fall bis zum Saisonende im Amt bleiben.

“Das steht noch, na klar”, hatte dieser noch Ende März gesagt: “Weil wir sicher sind, dass wir hier mit Heiko Herrlich etwas für die Zukunft aufbauen können.”

Herrlich ist nun der zweite VfL-Coach, der in der Spielzeit 2009/10 seinen Job verliert. Bis zum Saisonende soll Ex-Profi Darius Wosz noch das Schwierige möglich machen: Den Klassenerhalt in der Bundesliga! Ob die vorzeitige Entlassung Herrlichs nun wirklich eine Chance für den VfL darstellt, werden wir wie immer am letzten Spieltag erfahren …

Mehr unter: http://www.vfl-bochum.de/webcache/Aktuelles_meldung_7870_3_de.htm

Fußballtage im Ruhrpott

Noch voller Hoffnung auf dem Weg zum Stadion

Noch voller Hoffnung auf dem Weg zum Stadion

Als VfL-Fan muss man vor allem eins sein: leidensfähig! Nach 23 Spielminuten gingen die Freiburger am letzten Samstag im rewirpower Stadion in Bochum mit 0:1 in Führung. Alles in allem war die Vorstellung beider Mannschaften bis dahin mäßig. Und die Bochumer kamen in der ersten Halbzeit einfach nicht ins Spiel, fanden keine Möglichkeit, zum Tor der Gegner vorzudringen. Nach der Pause ging es kurz vielversprechender weiter, und nach etlichen Fehlpässen auf beiden Seiten gelang Diego Klimowicz dann in der 63. Minute der Ausgleichstreffer. Kurz vor Ende versuchten die Bochumer nochmal anzugreifen.

Noch ist die Stimmung in Bochum gut

Noch ist die Stimmung in Bochum gut

Doch stattdessen beförderte der Freiburger Reisinger das Leder in der Nachspielzeit nochmal ins Bochumer Netz und machte die Niederlage der Hausherren perfekt. Streckenweise eine blamable Vorstellung, und sicher kein schönes Heimdebüt für Trainerneuling Heiko Herrlich. Finster sieht es aus in Bochum. Tabellenplatz 17, die 2. Liga winkt bedrohlich. Aber, wie man weiß: Abgerechnet wird zum Schluss! Also, Glück auf, Bochum!

Gähnende Leere im Niederrhein Stadion

Gähnende Leere in Oberhausen

In Oberhausen wurde vergangene Woche dann wieder Champions League angepfiffen. Im Achtelfinale der Frauen spielte der FCR Duisburg gegen Linköpings FC. Immer wieder Kontrastprogramm zum Fußball der Männer: Vor gerade mal knapp über 1.000 Zuschauern kämpfte der UEFA-Cup-Titelverteidiger gegen den schwedischen Meister im Stadion Niederrhein am vergangenen Mittwoch. Auch dies – wie drei Tage später in Bochum – eine eher dürftige Darbietung. Die Schwedinnen setzten die Löwinnen von Anfang an stark unter Druck, und Uschi Holl musste in der 30. Minute Kosovare Asllanis Kopfball chancenlos kassieren. 0:1 für Linköpings. Der lang ersehnte und rettende Ausgleich kam erst 56 Minuten später durch Simone Laudehr, die den Endstand somit entschied. Das Rückspiel in Schweden findet bereits am kommenden Mittwoch, den 11.11.09 statt.

Fußball, Fußball …

Was für ein Wahnsinn: Der RWO dreht ein Spiel nochmal komplett um und besiegt die Paderborner Gäste mit 3:2, der VfL Bochum verliert mal wieder (trotz Herrlichem neuen Trainer), der FCR Duisburg gewinnt wie gewohnt und Inka Grings wird 31. Aufregende Tage für den Pott!

PCC Stadion Duisburg

PCC Stadion Duisburg

Es war der 7. Spieltag der Frauenbundesliga, und der 31. Geburtstag der Ausnahmespielerin Inka Grings. Am Samstag, den 31.10.09 empfing der amtierende Meister FCR Duisburg seine Gäste aus Bad Neuenahr nur aus einem Grund: sie zu besiegen. Grings, die zu diesem Zeitpunkt genau 300 Bundesligatore auf ihrer Liste hatte, erhöhte diese an ihrem Geburtstag um 3 weitere, die vor der Kulisse des PCC Stadions in Duisburg von 1.740 Zuschauern gefeiert wurden. Mit einem klaren 4:1 siegten die Löwinnen wieder einmal und festigen so ihre Spitzenposition in der Tabelle.

Inka Grings nimmt nach dem Spiel ihren wohlverdienten Geburtstagskuchen in Empfang

Inka Grings nimmt nach dem Spiel ihren wohlverdienten Geburtstagskuchen in Empfang

Nur zwei Tage vorher war ein Großteil der Duisburgerinnen bereits bei der Begegnung Deutschland – USA in Augsburg aufgelaufen. Ein immenser Kontrast zu den Bundesligaspieltagen: In Augsburg wurde vor ausverkauftem Stadion mit 29.000 Zuschauern gespielt. Doch es war keine besonders glanzvolle Partie. Gefühlte hundert Chancen für die Deutschen, doch es kam zu keinem Abschluss. Die rettende Erlösung blieb aus, und die USA siegten 0:1. Trotzdem war die Stimmung in der soeben fertiggestellten impuls arena in Augsburg gigantisch. Man bekam hier zum ersten Mal das Vorgefühl auf die WM 2011.

WM-Vorbereitungsspiel in der impuls arena in Augsburg

WM-Vorbereitungsspiel in der impuls arena in Augsburg

Apropos WM: In der Pause eröffnete Steffi Jones dann auch schon mal den Internet-Ticket-Shop. In der ersten Verkaufsphase werden allerdings nur Städtepakete angeboten. Erst in der dritten Phase, die im August 2010 beginnt, können Einzeltickets erworben werden.

Je näher 2011 kommt, umso mehr wächst die Begeisterung für den Frauenfußball. Der Weg zur vollen Anerkennung jedoch wird sicher noch steinig und hart, wie auch das jüngste Zitat in der 11Freunde belegt, in dem es von Claus R. aus Hamburg heißt:

Mein lieber Herr Gesangsverein, es ist ja durchaus legitim, dass ihr ab und an über Frauenfußball berichtet. Aber warum es gleich ein Extraheft sein muss, ist mir schleierhaft. Wer außer der Pressestelle des DFB und der Frauenbeauftragten des Deutschen Bundestages interessiert sich denn dafür?

Da hat aber wohl jemand die letzten Jahre hinter’m Mond verbracht! Bis dato dachte ich, das Gros der 11Freunde-Leser sei modern, aufgeschlossen und fortschrittlich. Offenbar gibt es jedoch mindestens einen, dem es weder zu peinlich noch zu aufwendig ist, extra einen Leserbrief zu schreiben, anstatt die Beilage über Frauenfußball einfach wegzuschmeißen, zu verschenken oder gar zu ignorieren. Ein Zeichen dafür, dass da immer noch eine gewisse Brisanz mitspielt, wenn es um Frauen und das runde Leder geht? – Da macht es doch umso mehr Spaß, den direkt darüber stehenden Kommentar von Klaus L. aus Vreden zu lesen:

Endlich hat das Magazin für Fußballkultur die Zeichen der Zeit erkannt! Ich hab mich jedenfalls riesig gefreut, als mich Kim Kulig von der 11Freundinnen-Titelseite anlächelte, noch etwas schüchtern zwar, aber mit dem selbstbewussten Blick einer frisch gebackenen Europameisterin. Ein eigenes Magazin für einen eigenständigen Sport heißt es in den einleitenden Worten. Das trifft den Nagel auf den Kopf, denn der Versuch eines bekannten, zweimal wöchentlich erscheinenden Fußballmagazins, mit einer halben Seite (!) pro Woche den Frauenfußball darzustellen,  scheitert doch kläglich.

Somit sei das Klischee, dass Männer nur Schweini, Poldi & Co. ernst nehmen, direkt ausgeräumt. Das mit dem “eigenständigen Sport” finde auch ich sehr passend. Sehr schön!

In zwei Tagen gibt es schon wieder Grund zum Mitfiebern: Um 19.30 Uhr trifft der FCR Duisburg in der Champions League Begegnung im Oberhausener Stadion Niederrhein auf Linköpings FC. Und vielleicht gibt es diesmal Inka Grings zu bewundern, wie sie weitere drei oder fünf oder zehn Tore schießt. Schön wäre es allemal!

Live bei den Löwinnen am 31.10.09

Live bei den Löwinnen am 31.10.09

Die Besten im Westen – unter diesem Motto findet die diesjährige Wahl des NRW-Sportlers des Jahres statt. Bis zum 28. November 2009 kann jeder seine Stimme abgeben. Es gibt sieben Kategorien und allerlei Talente, die einem die Wahl nicht einfach machen. Allein der FCR Duisburg stellt vier von fünf Kandidatinnen in der Kategorie Fußballerin des Jahres: Duisburgs Trainerin Martina Voss, Mittelfeldspielerin Linda Bresonik, Innenverteidigerin Annike Krahn und – wie könnte es auch anders sein – Stürmerin Inka Grings. Fünfte Kandidatin ist Nationaltrainerin Silvia Neid. In weiteren Kategorien stehen zum Beispiel RWO-Trainer Jürgen Luginger, Tischtennisstar Timo Boll und Leichtathletin Steffi Nerius zur Wahl. Die Gewinner werden bei der NRW-Sportgala am 11. Dezember 2009 in der Essener Grugahalle mit dem “Felix-Award” ausgezeichnet.

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