Ei verbibscht! – Leipziger Allerlei

Lehmanns in Leipzig

Lehmanns in Leipzig

Frisch zurück aus Leipzig, mit allerlei Eindrücken. Vornehmlich positiven! Die Lesung in Lehmanns Buchhandlung war sehr schön. Regina Nössler, die ich just kurz vorher erst kennengelernt habe, hat mit mir zusammen gelesen. Sie aus Kerzenschein-Phobie, ich aus Scheinfrei.

Vor der Lesung habe ich die Zeit noch ein bisschen genutzt, um mir Leipzig anzuschauen. Und ich musste feststellen, dass die Leipziger ein hilfsbereites und zuvorkommendes Völkchen sind. Schon beim Suchen meines Hotels war dies sogleich mein erster Eindruck. Ich habe eine Dame angesprochen und sie gefragt, ob sie sich auskenne. Binnen weniger Sekunden war ich umringt von einem ganzen Pulk von Leuten, die alle zwar ebenso wenig Ahnung hatten wie ich, aber zumindest sehr gute Ideen (mal die Apothekerin an der Ecke zu fragen, die sei sehr nett; da vorn sei auch ein Hotel, das heiße aber anders; fußläufig könne man eigentlich alles gut erreichen, aber den Namen des Hotels habe man noch nie gehört; mal am Bahnhof fragen, wo ich zwar gerade herkomme, aber die wüssten sicher Bescheid). Da bekommt man gleich Lust, die Begegnungen literarisch zu verarbeiten. Herrlich!

Wenn man in einer neuen Stadt ist, muss man sich zwangsläufig weiterbilden. Ich habe mir ein Sächsisches Wörterbuch gekauft, das mir noch lange Freude bereiten wird. Ich habe bei einigen Wörtern auch enge Verwandtschaften zum Ruhrdeutschen festgestellt. So könnte der liebevolle Ausdruck “Mottenkopp” (= eigensinniger Mensch) auch durchaus in Duisburg oder Gelsenkirchen Verwendung finden. Begeistert bin ich ebenso von der “Schmatzmaschine” (= Mund), die ab sofort in meinen Sprachgebrauch Eingang finden wird. Und da alle guten Dinge ja angeblich immer drei sind, hier noch mein ungeschlagener Favorit: Die “Arschmater” (= Sorge, Angst oder Aufregung). Das ruft mir eine Linguistik-Vorlesung wieder in Erinnerung, in der mein damaliger hochbegabter Prof diverse Dialekte des Deutschen perfekt zum Besten gab.

Bilder gibt’s ab sofort frisch unter Live. Viel Spaß dabei!

Was bringt das neue Jahr?

Neben allerlei Vorsätzen wie “mit dem Rauchen aufhören”, “mehr Sport machen” und “Küchenschränke auswischen” stehen vor allem einige Lesungen im ersten Quartal an: Im Januar lese ich zum ersten Mal meine Kurzgeschichte aus Sex – Von Spaß war nie die Rede II in München. Gemeinsam mit Moses Wolff und Lino Wirag, die ebenfalls ihre Texte lesen. Und das in der schönen Buchhandlung Sinn & Sinnlichkeit, die direkt an der Reichenbachbrücke, also an der Isar liegt. http://www.sinnundsinnlichkeit.com/

Im Februar führt es mich nach Leipzig, worauf ich mich auch schon ganz besonders freue. Ich hoffe, dass ich Zeit finde, um mir die Stadt ein bisschen anzusehen, bevor es dann abends zur Lehmanns Buchhandlung geht. Regina Nössler wird aus Kerzenscheinphobie lesen, ich aus Scheinfrei. http://www.lehmanns.de/leipzig

Und im März kommt dann mein allererstes Heimspiel – ich lese bei der Rosa Strippe in Bochum. Allerdings vor geschlossener Gesellschaft. Im Sommer wird es aber eine Wiederholung geben, und dann öffentlich. http://www.rosastrippe.de/

Genaue Termine und Lesestätten sind unter Termine zu finden.

Und wer noch einen Tipp für 2010 braucht, der sollte sich schleunigst mit dem Programm von RUHR2010 vertraut machen. Am besten ist es, sich mal ein Jahr bezahlten Urlaub zu nehmen und alles zu besichtigen und mitzuerleben: http://www.ruhr2010.de

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: