Ich schreibe über das, was mich beschäftigt, aufregt oder verblüfft. Das kann Fußball sein. Oder Lokalkolorit. Menschliche Abgründe sind auch ein schönes Thema. Und andere Dinge, auf die die Welt gewartet hat. Oder verzichten kann.
Das Blog ist übrigens benannt nach dem Roman Scheinfrei.
Verantwortlich für den Inhalt bin, wenn nicht anders angegeben, ich (siehe Impressum).
Kommentiert werden darf jeder Artikel. Doch das gucke ich mir an, bevor ich es live stelle.
Es sind spannende Wochen. Es geht um alles. Aufstieg oder Zweitklassigkeit. Der VfL Bochum macht es weiterhin spannend.
Herzinfarktgefahr und dann der erlösende Doppelschlag zum Sieg – die Begegnung zum 33. Spieltag in Osnabrück machte lange Hoffnung, doch dann kam der Ausgleich. Und der Traum vom Aufstieg schien fast schon geplatzt. Dass Augsburg unterdessen schon die Aufstiegsfeier als Zweitplatzierter und Unerreichbarer feiern konnte, davon wusste natürlich jeder im Stadion. Auch, wenn es zum Spieltag vielerorts keine Spielstandsanzeigen gab. Doch die Verbreitung der Zwischenergebnisse der parallel stattfindenden Spiele ist quasi in Echtzeit erfolgt.
Dass es der VfL dann in den letzten Atemzügen des Spiels noch zu zwei Treffern geschafft hat und damit auf Platz drei verbleibt – wer hätte damit noch gerechnet? Aus eigener Kraft können die Jungs von der Castroper Straße am kommenden Sonntag den Platz halten, sind bei Heimsieg nicht auf die anderen Mannschaften angewiesen.
Meine Spieltags-Tipps
Laut meiner Berechnungen gibt es für mich sogar doppelten Grund zur Freude. Sowohl Bochum als auch Oberhausen können sich bei meinen Tipps einen Relegationsplatz sichern. Bochum oben, Oberhausen unten.
Und wer zum letzten Spieltag das entscheidende Spiel gegen den MSV Duisburg live in Bochum miterleben will, muss sich beeilen. Der VfL Bochum gibt heute bekannt, dass aktuell bereits die komplette Ostkurve ausverkauft ist. Ganze 22.000 Tickets sind bereits verkauft. Wer noch will, Tickets gibt es hier.
“Wir versuchen alles um in der Liga zu bleiben.” RWO-Präsident Hajo Sommers spricht am Dienstagabend mit Revier Sport online darüber, warum der Trainer und Sportliche Leiter Hans-Günter Bruns nun doch gehen muss. Kurzfristig übernimmt nun Co-Trainer Oliver Adler die Leitung. Ab Mittwoch will man sich auf die intensive Suche nach einem neuen Trainer begeben. “Und der Mann muss einfach alles das hinkriegen, was wir uns wünschen”, so Sommers.
Die Serie der Dreier beim VfL Bochum hält an. Beim “kleinen Revierderby” empfing die Elf von Trainer Funkel die Nachbarn aus Oberhausen. Nach einem schnellen Treffer der Gäste durch Ronny König sieht erst nichts danach aus, dass die Platzherren hier mit einem weiteren Sieg aus dem Rennen gehen. Doch der Ausgleich durch einen ausgeklügelten Treffer von Ümit Korkmaz folgt wenig später. Aber erst in der weit fortgeschrittenen zweiten Halbzeit ist es wieder einmal Giovanni Federico, der seinen Jungs mit einem überragenden Tor zu drei Punkten verhelfen kann.
Acht gewonnene Spiele in Folge – das ist nicht nur toll, sondern auch Vereinsrekord. Fazit des Tages: Platz 3 für Bochum, die hinter den punktgleichen Augsburgern und mit zwei Zählern Abstand zu Spitzenreiter Hertha BSC liegen.
Mit drei Punkten kehrten die Bochumer glücklich aus Augsburg zurück. Der jüngste Sieg ist nicht nur der siebte in einer Reihe, sondern katapultiert den VfL Bochum auch geradewegs auf Platz 3 der Tabelle. Punktgleich mit den Augsburger Gastgebern, die immerhin noch mit einer weitaus besseren Tordifferenz aufwarten können.
Doch der Aufstieg ist nun auch für die Bochumer wieder in greifbare Nähe gerückt. Die Hoffnung der Fans und des Kaders werden immer realistischer. Vor allem der Respekt gegenüber Wiederholungstäter Giovanni Federico, der bereits beim Spiel gegen Erzgebirge Aue ein Tor in der Nachspielzeit erzielte, dürfte kontinuierlich steigen. Sein Treffer in Augsburg in der 84. Spieltminute war schließlich entscheidend. Seine Aufstellung wurde vor Spielbeginn in Fanforen noch kritisch diskutiert. Doch wie so oft ist man nach dem Spiel schlauer.
Am kommenden Sonntag steht dann wieder ein besonderes Spiel an – meine favorisierten Clubs spielen gegeneinander. Der VfL Bochum könnte mit einem Sieg entscheidende Punkte sichern, um sich nach und nach ein Polster an der Spitze zu verschaffen. Rot-Weiß Oberhausen hingegen muss dringend Punkte holen, um im Strudel des Abstiegskampfes nicht unterzugehen.
Veröffentlicht am 2. September 2010 von Scheinfrei
Die Saison hat begonnen, endlich. Und es gab bereits so viele Tore wie selten innerhalb von zwei Spieltagen der Bundesliga. Doch auch die Ergebnisse der 2. Bundesliga können sich sehen lassen. Nach den enttäuschenden Leistungen von RWO und VfL Bochum im DFB-Pokal, wo sie sich durch einen Fünft- und einen Drittligisten haben rauskicken lassen, haben die beiden Clubs nun in zwei Spieltagen wenigstens schon etwas von ihrem Können gezeigt. So verweilen beide nun punktgleich auf Platz 9 – für RWO sicher ein zufriedenstellendes Ergebnis, für den VfL wohl eher nicht. Da muss noch eine Schüppe draufgelegt werden, um den direkten und geplanten Wiederaufstieg zu erlangen.
Aufstiegsprobleme gibt es beim FCR Duisburg nicht, dafür aber sind altbekannte Konkurrenten mit Top-Form zurück. Turbine Potsdam sichert sich nach drei Spieltagen mit einem Torverhältnis von 9:2 den ersten Tabellenrang vor den punktgleichen Wolfsburgerinnen. Die Duisburgerinnen, die nach einem fulminanten Saisonauftakt mit 9:0 gegen Bayer 04 Leverkusen und einem 0:2 in Schönebeck jedoch gegen die Hamburgerinnen nur ein Unentschieden herausholen konnten, verweilen nun mit 7 Punkten auf Rang 3.
Alles ist noch drin, alles noch frisch. Doch zumindest die K-Frage ist geklärt: Ballack bleibt Kapitän der Nationalmannschaft, hat Jogi Löw nun beschlossen. Philipp Lahm hat das Nachsehen, ist aber Vize. Damit ist dieses leidige Thema hoffentlich vorerst vom Tisch.
Der Abstieg in die Zweitklassigkeit ist schon kein Thema mehr, man arbeitet beim VfL Bochum bereits aktiv am Wiederaufstieg. Und ist sich seiner Sache so sicher, dass es Tickets mit Wiederaufstiegs-Garantie gibt. Diese Aktion ist wohl einmalig in der DFL und sucht Ihresgleichen. Kein Scherz! Für jedes verlorene Heimspiel in der Saison 2010/11 gibt es für Dauerkartenbesitzer, die mit dem Erwerb ihres Tickets gleich ein Wertpapier mit Aufstiegszertifikat erhalten, anteilig Geld zurück. Nicht nur eine wunderbare Marketingstrategie, sondern auch das Signal an die enttäuschten Fans: Wir wissen, wir müssen was tun!
In rund acht Wochen beginnt die Bundesligasaison. Und nun heißen die Gegner des VfL Bochum nicht mehr Schalke, FC Bayern und Werder Bremen, sondern Erzgebirge Aue, VfL Osnabrück und Ingolstadt 04. Und das Schlimmste für mich persönlich: Rot-Weiß Oberhausen, mein Heimatverein, dem ich mindestens ebenbürtige Treue halte. Was also machen, wenn die beiden aufeinandertreffen? – Nicht hingucken? Zur Halbzeit die Kurve wechseln? Ich versuche es einfach zu nehmen wie es kommt und hoffe in Hin- und Rückrunde auf spannende Begegnungen, die womöglich unentschieden ausgehen.
Es funkelt: Nachdem Heiko Herrlich kurzfristig vor Saisonende entlassen wurde und Wosz für die verbleibenden Spieltage den unglücklichen Posten des Trainers übernahm, der auch nichts mehr retten konnte, hat sich der VfL nun mit Friedhelm Funkel geeinigt. Funkel trainiert also nun die Bochumer Jungs – doch, ist das gut oder schlecht?
Friedhelm Funkel ist ein bekannter Name, keine Frage. 16 Jahre lang war er selbst aktiver Spieler, hat bei Uerdingen und Kaiserslautern gekickt. Seine Trainerkarriere ist durch Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Seine Stationen: Bayer Uerdingen, MSV Duisburg, Hansa Rostock, 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt und zuletzt Hertha BSC. Gerade, wenn man an die glücklose letzte Saison von Hertha denkt, muss man schlucken. Mit Hertha abgestiegen, mit Bochum aufsteigen – kann der das schaffen?
Die Bilanz:
Bayer Uerdingen: dreimaliger Abstieg (allerdings zweimaliger sofortiger Wiederaufstieg) –> nach dem Abstieg 1996 Wechsel zum MSV Duisburg
MSV Duisburg: Aufstieg von Duisburg in die 1. Bundesliga, dreimaliger Klassenerhalt, 2000 dann abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz –> Funkel wird entlassen und übernimmt Bundesligisten Hansa Rostock
Hansa Rostock: Klassenerhalt geschafft, doch 2001/02 viele schwache Partien –> Funkel wird entlassen und wechselt zu Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt: 2005 Aufstieg in die 1. Bundesliga, Einzug ins DFB-Pokalfinale, Start im UEFA-Cup, 2006/07 Klassenerhalt in der 1. Bundesliga (Platz 14), Halbfinaleinzug im DFB-Pokal. Die Saison 2007/08 endet mit Platz 9 und ist damit die erfolgreichste Saison für den Trainer. 2008/09 sportlich unbefriedigender Verlauf der Rückrunde, Kritik an Funkels Arbeit –> Funkel bittet um vorzeitige Beendigung des eigentlich bis zum 30. Juni 2010 befristeten Vertrags, Wechsel zu Hertha
Hertha BSC: Funkel übernimmt das Traineramt, nachdem am 28. September 2009 Trainer Lucien Favre entlassen wird, weil die Hertha sechs Niederlagen in Folge kassiert. Mit sechs Punkten gehen die Berliner abgeschlagen als Tabellenletzter in die Winterpause. Die Krise erlebt ihren Höhepunkt am 13. März 2010: 1:2-Heimniederlage gegen den 1.FC Nürnberg, hunderte Fans stürmen anschließend den Innenraum und demolieren Werbebanden und Ersatzbänke. Hertha bricht in dieser Saison den Negativrekord: Keiner Bundesliga-Mannschaft war es zuvor je gelungen, in 16 Heimspielen in Folge sieglos zu bleiben. –> Funkels Vertrag wird nicht verlängert, er wechselt zum VfL Bochum
Und nun …?
VfL Bochum: … hier wird hoffentlich bald stehen: “… und machte den Wiederaufstieg mit Friedhelm Funkel perfekt, dem es schon mit Bayer Uerdingen zwei Mal in Folge gelungen war, ins Oberhaus einzuziehen!” – Warten wir es ab.
Gestern liefen die Rot-Weißen mal wieder gegen den TSV 1860 München in der Allianz Arena auf. Zum Spielauftakt gab’s in der 12. Minute direkt ein Tor für die Gastgeber durch Benjamin Lauth, der einen durch Markus Kaya verschuldeten Handelfmeter umwandelte. Die Oberhausener brauchten einige Zeit, um sich ins Spiel einzufinden. Doch in der 23. folgte dann direkt das 2:0 durch Peniel Kokou Mlapa, und alles sah nach Niederlage für RWO aus. Doch noch in der ersten Halbzeit wachten die Gäste auf und glichen mit Heinrich Schmidtgal in der 30. und Ronny König 43. Minute die Partie aus. Hier hätte auch direkt abgepfiffen werden können, denn in der zweiten Halbzeit plätscherte die Begegnung über weite Strecken nur so dahin. Bis auf zwei knapp verfehlte Torschüsse der Sechz’ger war nicht mehr viel geboten. Mit dem Endstand von 2:2 können sicher trotzdem beide Mannschaften zufrieden sein.
Die Bochumer verlangen ihren Fans hingegen wieder angespannte Nerven ab. Das Freitagsspiel vor heimischer Kulisse ging gegen den VfB Stuttgart mit 0:2 zu Ende – und mit der Tatsache, nun auf dem Relegationsplatz angekommen zu sein. Die Stuttgarter souverän im Angriff auf die Europa League, der VfL Bochum zu harmlos und beinahe resigniert. War’s das jetzt mit der Bundesliga? Am nächsten Wochenende stehen die realistischen Chancen für Bochum, drei Punkte einzufahren, ziemlich schlecht: Es geht zum Spitzenreiter FC Bayern München. Die Entscheidung darüber, ob Bochum ab nächster Saison nun zweitklassig wird, bringt spätestens das letzte Spiel gegen Hannover 96. Es bleibt nur noch, auf ein Wunder zu hoffen …
Nur noch drei Spieltage, dann sind wir Fußballbegeisterte wieder schlauer. Wer wird Meister? Ziehen die Schalker noch mal an? Oder wird in München getanzt? Und die Mutter aller Fragen: Schafft der VfL Bochum es noch, in der Bundesliga zu bleiben? – Lediglich das marginal bessere (oder weniger schlechte) Torverhältnis der Bochumer gegenüber den Freiburgern lässt sie noch einen Zähler über dem Relegationsplatz verweilen. Und jetzt stehen noch harte Spiele bevor: Freitagabend gastieren die Stuttgarter im rewirpower Stadion, eine Woche drauf geht’s ab nach München und am letzten Spieltag gilt es noch, gegen Hannover 96 zu bestehen. Ein fettes Stück Arbeit!
Da freut es mich, dass wenigstens der RWO aus dem Gröbsten raus ist: Die Zweitliga-Lizenz für 2010/2011 hat die DFL bereits erteilt. Oberhausen bleibt in der 2. Bundesliga! Wunderbar. Nach einem grandiosen 4:1 gegen Cottbus ein schöner Erfolg.
Bei den Frauen geht es auch noch munter weiter: Der FCR Duisburg hat leider den Einzug ins Champions League Finale verpasst und musste gegen Turbine Potsdam einen 4:1-Verlust hinnehmen. Doch immerhin steht jetzt für den FCR am 15. Mai noch der DFB-Pokal zum Greifen nahe, während die Turbinen am 20. Mai nach Madrid fahren, um im Finale im Getafer “Coliseum Alfonso Peréz” um die nagelneue Champions League Trophäe zu kämpfen. Auf ihren Finalgegner muss Turbine allerdings noch warten. Wird es Umea IK oder Olympique Lyon? Das Rückspiel in Umea war abgesagt worden, da Lyon aufgrund der isländischen Aschewolke nicht anreisen konnte. Als möglicher Nachholtermin steht der 29. April im Raum, das Hinspiel hatte Lyon 3:2 gewonnen.
Hinter mir liegen fußballintensive Wochen – und heute wird es schon wieder besonders spannend. Zwei Revierderbys stehen auf dem Programm: Der MSV Duisburg empfängt Rot-Weiß Oberhausen, und in Dortmund gastieren die Schalker Nachbarn.
Da die Spiele, die ich mir angeschaut habe, jetzt schon wieder ewig zurückliegen, diesmal nur ein kleiner Rückblick samt Beweisfotos.
Mit Haiti-Spenden-Nasen vorm VfL-Spiel
Am 13. Februar empfing der VfL Bochum die Gäste aus Hoffenheim. Vor dem Spiel gabs gegen eine Spende rote Nasen – passend zu Karneval und als Unterstützung für die Opfer in Haiti.
Es war eine klasse Partie zwischen den Gastgebern und den 1899ern. Die Stimmung in der Ostkurve war wieder einmal gigantisch. “Unten auf dem Rasen kämpft ihr für unsere Farben. Auf geht’s, VfL Bochum, schieß ein Tor!” Die Bochumer haben sich die Fangesänge zu Herzen genommen und ein tolles 2:1 errungen. Der erste Heimsieg seit August 2009 ist also dingfest.
Hier noch ein kurzes Video zum Grönemeyer-Kult-Song:
Am 17. Februar ging es dann in die MSV Arena nach Duisburg, wo die deutsche Frauen-Nationalmannschaft Nordkorea empfing. Ausgerechnet die FCR-Damen Annike Krahn und Inka Grings fehlten in der Partie.
Schockmoment nach einer knappen Viertelstunde: Nadine Angerer stößt mit einer nordkoreanischen Stürmerin so unglücklich zusammen, dass sie gegen Lisa Weiß ausgetauscht werden muss. Die Torhüterin von SG Essen-Schönebeck hat ihre Sache jedoch gut gemeistert und den Kasten der Deutschen sauber gehalten.
Eine überragende Lira Bajramaj schoss dann in der 21. Minute das 1:0, perfekt vorgelegt durch Birgit Prinz, die an diesem Tag ihr 200. Länderspiel absolvierte. Wenige Minuten später folgte das 2:0 durch Simone Laudehr. In der zweiten Halbzeit wurde mit deutlich weniger Tempo gespielt, doch es kam noch zu einem 3:0 durch Celia Okoyino da Mbabi, die für Melanie Behringer eingewechselt worden war.
Ein ordentliches Spiel mit gutem Ergebnis, und das vor einer tollen Kulisse in der MSV-Arena entschädigte auch dafür, dass lediglich 9.570 Zuschauer den Weg nach Duisburg angetreten hatten.
MSV Arena
Ein bisschen enttäuscht allerdings war ich, dass Birgit Prinz, die knapp zwei Meter neben mir ihr Trikot verschenkt hat, mir kein Autogramm geben wollte. Allerdings könnte das an der alkoholisierten Person neben mir gelegen haben, die in einer Tour schrie: “Inka, du siehst so toll aus!” – Da wäre ich als Birgit Prinz vielleicht auch genervt gewesen … Also vergeben und vergessen!
Ein kleiner Tipp in Richtung DFB: Beim nächsten Mal ruhig einen Fan-Artikel-Wagen bereitstellen. Zahlreiche Fans waren enttäuscht, dass es nichts zu kaufen gab!
Applaus für Leistung und Fans in der MSV-Arena
Am darauffolgenden Samstag, den 20. Februar stand ein Kontrastprogramm zum Länderspiel in meinem Kalender. Nach etlichen Jahren habe ich mal wieder ein Spiel von SG Essen-Schönebeck besucht. Allerdings in den Fan-Reihen des FCR Duisburg.
Das beinahe menschenleere Stadion Am Hallo ließ nicht gerade auf eine Begegnung der 1. Bundesliga schließen: knapp 1.000 Zuschauer waren gekommen, um bei Temperaturen unter dem Nullpunkt und wechselnden Hagel- und Schneeschauern eine ernüchternde Partie zu sehen. Der FCR ließ zwei wichtige Punkte in Essen zurück, am Ende gab es nur ein frustrierendes 1:1. Man muss schon sagen, dass der FCR in der Vergangenheit selten einen so chaotischen Spielaufbau gezeigt hat. Das kann auch nicht allein an der Tatsache gelegen haben, dass die gesperrte Simone Laudehr fehlte und auch Linda Bresonik wegen muskulärer Probleme wenige Minuten vor Spielbeginn doch von der Aufstellung genommen wurde. Das Spiel war nicht schön anzusehen – immer wieder kamen Pässe nicht an, es fehlte an Ideen und offenbar auch an Motivation. Der gehandicapten Inka Grings war die Frustration deutlich anzusehen, denn kaum ein Pass kam vernünftig bei ihr an.
Nix los auffem Platz in Essen ...
Letztlich teilten sich Gastgeber und Gäste die Punkte, worüber sich die Essenerinnen merklich freuten, als der Schlusspfiff ertönte. Kein Wunder, schließlich war es für die SG Essen-Schönebeck ein guter Schritt in Richtung Klassenerhalt, gegen die übermächtigen Nachbarn aus Duisburg einen Punkt zu erzielen. Der FCR dürfte sich jedoch extrem über die vertane Chance ärgern, punktgleich mit Tabellenführer Turbine Potsdam zu bleiben oder sogar das Torverhältnis zu verbessern. Potsdam hat zeitgleich 4:0 in Freiburg gewonnen und seine Führung mit insgesamt 35 Punkten nun ausgebaut.
Mit Spannung erwarte ich nun die Champions League Begegnung am 10. März in der MSV Arena, wo der FCR auf Arsenal London trifft. Bleibt zu hoffen, dass da wieder ein ideenreicher und funktionierender Fußball gespielt wird und auch Bresonik und Laudehr wieder mit von der Partie sind.
Auch wenn der Schnee sich auf Münchens Straßen hartnäckig hält – die Winterpause ist vorüber. Zumindest beim Fussi. Der erste Spieltag im neuen Jahr hat bereits viele Tore hervorgebracht. Glücklicherweise auch zwei für den VfL Bochum, der die Gladbacher Gastgeber mit einem 1:2-Sieg schockte. Mit Freude erinnere ich mich an die letzte Saison, wo Bochum einen 0:3-Rückstand noch ausgleichen konnte. Somit dürfte Gladbach einer der liebsten Gegner sein.
In der zweiten Liga hatte der RWO weniger Erfolg. Ein dummer Fehler in der 60. Minute brachte den Berlinern das Führungstor ein. Die siebte Niederlage für die Malocher aus Oberhausen. Kein guter Auftakt in der Rückrunde. Der einzige Vorteil für die Rot-Weißen ist momentan noch die Tatsache, dass Koblenz und Frankfurt acht Punkte und Ahlen sogar 13 Punkte hinter ihnen liegen. Das jedoch sollte kein sanftes Ruhekissen sein. Vielleicht spornt ja am nächsten Spieltag endlich der Umstand an, dass drei Punkte schon einen deutlichen Sprung nach oben bedeuten könnten. Denn Karlsruhe liegt mit gerade mal 24 Punkten auf Rang 10. Warten wir also ab, was der RWO am nächsten Sonntag gegen die Gäste aus Augsburg ausrichten kann.
Bei den Damen geht es erst etwas später weiter. Die nächste Bundesligabegegnung des FCR Duisburg findet am 14.02. gegen TeBe Berlin in der Hauptstadt statt. Vorher gibt es jedoch noch einen interessanten Termin: Im DFB-Pokal müssen sich die Duisburgerinnen gegen den 1. FC Köln behaupten und sind am 7.02. in der Domstadt zu Gast. Als Trost für die lange Wartezeit habe ich von einer lieben Freundin ein Autogramm von Linda Bresonik geschenkt bekommen. Wuah, danke!
Veröffentlicht am 22. Dezember 2009 von Scheinfrei
So ein Schneechaos gibt es im Ruhrgebiet gerade kurz vor Weihnachten nur alle Jubeljahre mal. Die Chancen stehen also gut, in diesem Jahr eine seltene weiße Weihnacht zu erleben.
In die verdiente und wohl auch nötige Winterpause gehen nun auch die Fußballerinnen und Fußballer, die soeben ihren letzten Spieltag hinter sich gebracht haben. Dabei gab es noch einige interessante Begegnungen. Doch im Fokus sollen natürlich auch diesmal vor allem die Spiele der Ruhrpottclubs stehen:
Der RWO hat gegen Arminia Bielefeld unerwartet ein zwar torloses, aber gutes Spiel gemacht, hatte viele Chancen und konnte schließlich einen Punkt zu Hause behalten. Bilanz nach dem 17. Spieltag: Platz 14 kann und darf nicht das Beste sein, was am Ende der Saison rauskommt. Also nach dem Winterschlaf wieder erwachen und sich auf die einstelligen Plätze einschießen!
Auch in der ersten Liga gab es eine Überraschung: Der VfL, der in den letzten Spielen auch weniger durch gute Leistungen überzeugte wie der RWO, kämpfte überragend und schlug die Hannoveraner Gastgeber schließlich mit 2:3. Doch der Abstieg droht auch in dieser Saison wieder allzu heftig. Platz 16 – das kann es nicht gewesen sein, Bochum! Gas geben im neuen Jahr!
Der FCR Duisburg konnte am letzten Spieltag auch noch einmal 3 Punkte einfahren und besiegte den HSV mit einem klaren 4:0. Lediglich das bessere Torverhältnis hat den punktgleichen Potsdamerinnen die Herbstmeisterschaft eingebracht. Der FCR ist somit Tabellenzweiter. Und den meisten Stress aller Duisburgerinnen dürfte Inka Grings gehabt haben: Ihr Jahr 2009 war sicherlich eines ihrer überragendsten aller Zeiten. Sie gewann den DFB-Pokal, wurde Europameisterin, ist Deutsche Fußballerin des Jahres, Torschützenkönigin der Frauenfußball-Bundesliga und Spielerin der Saison 2009. Was wäre da naheliegender gewesen als auch den Titel zur Weltfußballerin des Jahres zu erhalten? – Richtig, nichts wäre naheliegender gewesen! Und doch – man glaubt es nicht – ist sie bei der FIFA World Player Gala 2009 weit abgeschlagen nur auf einem unverdienten Platz 5 gelandet. Ein unverständliches Ergebnis, wie ich finde. Zumal Birgit Prinz, vor der ich viel Respekt habe, die aber kein vergleichbar fulminantes Jahr erlebt hat, mit deutlich mehr Stimmen auf Platz 2 direkt hinter der zum vierten Mal in Folge zur Nummer 1 gewählten Brasilianerin Marta gelandet ist. Wer kann das verstehen? Ich jedenfalls nicht. Aber ein kleiner Trost mag sein, dass jeder, der Inka Grings in diesem Jahr verfolgt hat, selbst weiß: Sie ist die wahre Weltfußballerin des Jahres und wird uns sicher auch 2010 wieder mit ihrem Talent und Können überzeugen.
Da ahnte noch keiner, dass sieben Tore fallen würden
Gleich drei bairische Vereine spielten am vergangenen Wochenende gegen Vereine aus Nordrhein-Westfalen. Bei zweien dieser Spiele mit süddeutschen Gästen war ich vor Ort: Der FCR Duisburg empfing am vergangenen Samstag den FC Bayern und hatte noch die letzte Niederlage gegen die Münchnerinnen gut im Gedächtnis. Damals, am 1. April unterlagen die Duisburgerinnen mit 1:2 im eigenen Stadion. Das sollte sich nun ändern.
Trotz Kälte und Nieselregen begann die Partie direkt spannend. Auf Bayern-Seite feierte Melanie Behringer ihre Wiedereingliederung nach langer Verletzungspause; die Duisburgerinnen durften sich über Inka Grings freuen, die nach Zwangspause aufgrund ihrer gelb-rot-Sperre nun aber wieder dabei war.
Bereits nach 11 Spielminuten gingen die Duisburgerinnen durch das Tor von Marina Hegering in Führung. Wenige Minuten später kam Inka Grings dann wieder zum Zug: ihr 306. Bundesligator. Dann folgte vor der Halbzeitpause das 3:0 durch Simone Laudehr. Eine gute Basis, um in die zweite Halbzeit zu starten. Unter den 1.053 Zuschauern waren diesmal auch einige höchst exklusive Gäste: Keine Geringeren als Nationaltrainerin Silvia Neid und DFB-Trainerin Maren Meinert (nebenbei bemerkt: gebürtige Duisburgerin und ehemals auch aktiv beim FCR) mischten sich unters Publikum und dürften sich die ein oder andere Spielerin notiert haben.
Auch die Münchnerinnen hatten prominente Fans dabei. So staunte ich nicht schlecht, als ich Shary Reeves in der Reihe vor mir erblickte. Die Moderatorin von Wissen macht Ah! war früher auch in der Fußballbundesliga aktiv und kickte für den SC 07 Bad Neuenahr.
Und dann lief alles wie von selbst: Beinahe chancenlos mussten die Bayern den Triumph der Gastgeber hinnehmen. In der 54. Minute folgte das 4:0 durch eine entschlossene Jennifer Oster. Zehn Minuten später gefolgt vom 5:0 wiederum durch Simone Laudehr, die nach einem herrlichen Kombinationsspiel das Leder sicher in den Kasten brachte. Die Bayern nun geschockt und ohnmächtig. Es folgte, was in solchen Situationen folgen muss (aber nicht sollte): Durch immense Fouls brachten sich die Gäste nun ins wortwörtliche Abseits und kassierten zwei weitere Tore durch selbstverdiente Foulelfmeter: Grings verwandelte ihr 307. Bundesligator in der 85. Minute. Nur drei Minuten später kam auch noch Linda Bresonik zum Zug und machte den Sack mit einem triumphalen 7:0 zu.
Stimmung und Wetter Hand in Hand
Am Sonntag ging es dann ins heimatliche Niederrheinstadion. Bei noch ungemütlicherem Wetter empfing der SC Rot-Weiß Oberhausen vor schwankenden Zuschauerzahlen von 4.000 bis 6.500 (je nachdem, ob man ARD, ZDF oder WDR konsultierte) den TSV 1860 München. Kurz vor Anstoß gab es ein Präsent der Sechz’ger, nämlich stinkende blaue Rauchbomben. Kein schöner Start. Doch nach drei Niederlagen der Malocher aus dem Ruhrpott sollten heute schließlich Punkte eingefahren werden. Aber, um den Schmerz möglichst gering zu halten, kurz und knapp: Das einzige Tor, das die Oberhausener an diesem Tag machten, ging in den eigenen Kasten. Somit stand es in der 63. Minute 0:1 für die Gäste. Und bei diesem Spielstand blieb es dann trotz aller Bemühungen auch. Es war wahrlich kein schönes Spiel, das da unter regnerischer Kulisse geboten wurde. Also lieber schnell vergessen und nach vorne schauen. Immerhin ist der RWO trotz seiner vier Niederlagen in Folge noch auf Tabellenplatz 10.
Die dritten Bayern mussten nicht verreisen, sondern bekamen Besuch aus Gladbach. Der FCB bezwang die unglücklichen Borussen mit 2:1. Ich drücke nun dem VfL für nächstes Wochenende die Daumen und bin traurig, dass ich nicht dabei sein kann, wenn der FC Bayern ins rewirpower Stadion kommt. Glück auf, ihr Bochumer!
Sie waren wieder ein Wechselbad der Gefühle, diese Fußballtage im Pott. Und ich freue mich schon auf übernächstes Wochenende. Da ist Arminia Bielefeld zu Gast bei RWO. Und ich kann dabei sein. Herrlich! Doch vorher steht noch das schwere Auswärtsspiel in Düsseldorf bevor. Malocher, ihr macht dat schon!
Veröffentlicht am 22. September 2009 von Scheinfrei
Es hatte so schön angefangen: 31 Minuten lang hat der RWO gekämpft, das Spiel beherrscht – es schien alles möglich. Sogar ein kleines Wunder. Aber dann fiel das erste Tor für die Bayern, verursacht durch den unglücklichen Daniel Embers. Und bittere 4 weitere folgten. Trotzdem, Jungs: ihr habt alles gegeben, nicht schlapp gemacht. Man hat einfach gemerkt, dass da zwei verschiedene Welten aufeinanderprallen und muss das neidlos anerkennen. Es sollte halt nicht sein. Ein kleines Törchen wäre schon schön gewesen, aber Hauptsache die Stimmung war gut.
Optimistisch vor dem Spiel
Tja, dass dann auch noch Bochum gegen Schalke 0:3 verloren hat – traurig. Die Malocher der ersten Liga machen mal wieder eine schwere Zeit durch. Abstiegsplatz, Trainerwechsel, Niederlagen noch und nöcher. Aber ich bin sicher, es kommt wieder die Zeit, wo Maloche lohnt. Und dann fallen bei RWO und VfL wieder die Tore – und zwar nicht in den eigenen Kasten.
Das Warten hat ein Ende: Die Bundesliga hat den ersten Spieltag der Saison bereits hinter sich gelassen. Und natürlich gab es auch im Ruhrgebiet allerlei sehenswerte Spiele. Die Auftaktniederlage meines favorisierten Heimatvereins Rot-Weiß Oberhausen, der 0:3 gegen Union Berlin verloren hat, habe ich mittlerweile verarbeitet. Und gestern war ich dann bei meinem Lieblingsverein der 1. Bundesliga – dem VfL Bochum, der beim ersten Heimspiel Borussia Mönchengladbach zu Gast hatte. Beide haben in der vergangenen Saison oft am ganz unteren Ende der Tabelle gestanden und hatten zeitweise Abstiegspanik. Bochum jedoch hat in den vergangenen 15 Begegnungen niemals gegen Gladbach verloren. So war also die Stimmung der Bochumer Fans in erster Linie hoffnungsvoll und positiv. Doch was erwartete die Fans im Stadion für ein Krimispektakel!
Spielstätte des VfL
Schon in den ersten Minuten zeichnete sich ab, dass die Bochumer nicht ins Spiel kamen. Gladbach war die klar stärkere und aufgeräumtere Mannschaft. Die Bochumer Pässe waren schlecht, die kurzen Ecken erwiesen sich als völlig sinnfrei – unter den Fans in der Ostkurve machte sich nach und nach schlechte Stimmung breit. Dann das 0:1. Fassungsloses Erstarren. Doch ein Fan gibt ja nicht gleich auf – schließlich waren erst 19 Minuten gespielt. Als dann gerade mal sieben Minuten später das 0:2 fiel, war es in der Ostkurve erstmal still. Die Fangesänge wurden weniger, die Stimmung zusehends mieser.
Der Gästeblock bebte dementsprechend heftiger. Und als dann schließlich in der 40. Minute das 0:3 durch die Gladbacher erzielt wurde, verließen die ersten Bochumfans wütend das Stadion.
Enttäuschung und Wut in der Ostkurve
Die Mannschaft wurde ausgebuht, der Bestürzung wurde verbal und durch eindeutige Gesten Ausdruck verliehen.
Doch offenbar sind die Bochumer Jungs nach der Halbzeitpause aus dem Tiefschlaf erwacht (oder Marcel Koller hat harte Strafen angedroht, falls die zweite Halbzeit nicht besser ausfallen würde). Endlich platzte – nachdem Gladbach die Chance auf das 0:4 vergab – bei Bochum der Knoten.
Doppelpack durch Azaouagh
Zwei Traumtore durch Azaouagh innerhalb von 48 Sekunden in der 51. und 52. Spielminute gaben den VfL-Fans neue Hoffnung. Gerade noch dachten alle an die große Auftaktblamage, und plötzlich gab es die realistische Chance, den Rückstand wieder aufzuholen.
Nun war der Gästeblock erstarrt – die Ostkurve schrie sich vor Begeisterung die Stimmbänder wund. Nachdem dann auch noch Gladbachs Abwehrchef Dante wegen Foulspiels an Sestak mit dem roten Karton vom Platz gefegt wurde, war kein Halten mehr. Schließlich sorgte der Gefoulte dann auch noch für den verdienten 3:3-Ausgleich. Ein Feuerwerk der Emotionen im rewirpower-Stadion!