Freie Fahrt auf der A40 – Still-Leben war voller Erfolg

A40 bei Mülheim-Dümpten

A40 bei Mülheim-Dümpten

Stau auf der meistbefahrenen Autobahn Deutschlands, der A40, das ist nichts Neues. Aber gestern krochen nicht Blechlawinen über den Ruhrschnellweg zwischen Duisburg und Dortmund, sondern feierten rund 3 Millionen Menschen. Im Rahmen des Kulturprogramms zur Kulturhauptstadt Ruhrmetropole 2010 wurde gestern einer der Höhepunkte mitten auf der Autobahn begangen: das Still-Leben. 60 Kilometer, 20.000 Tische, Sonne und gute Laune. Ein rundherum gelungenes Event.

Die Fahrbahn Richtung Dortmund stand Radfahrern und Inlineskatern zur Verfügung, die Gegenfahrbahn den Fußgängern und Teilnehmern, die sich Tische resevierten und dort ihr eigenes Stück Kultur präsentierten: Taubenzüchter, Bands, Fußballvereine, Turngruppen, Künstler, Familien, Geburtstagskinder – eine schier unüberblickbare Vielfalt an bunten Ideen wurde umgesetzt und brachte die kontaktfreudigen Ruhrpottbewohner noch näher zusammen.

Sonnige Stimmung auch in Bochum-Hamme

Sonnige Stimmung auch in Bochum-Hamme

Zwischen all den Besuchern gab sich auch die ortsansässige Prominenz die Ehre: so waren beispielsweise die Spielerinnen und Spieler des MSV Duisburg sowie des FCR Duisburg vor Ort, die Schauspieler der Lindenstraße, Ruhrpott-Autor Frank Goosen, sowie die frischgebackene NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Der Tag war so ein Erfolg, dass Ruhr2010-Chef Fritz Pleitgen und die Bürgermeister der Ruhrstädte nun darüber nachdenken, das Still-Leben zu einer festen Einrichtung zu machen, etwa im 2-Jahres-Rhythmus. Die Anwohner der A40 dürften sich besonders darüber freuen, dass sie wenigstens einen Tag lang statt Autolärm und Abgasgestank mit Musik und fröhlichen Menschen verwöhnt werden.

Ein Hoch auf die A40, die Millionen Menschen täglich den letzten Nerv raubt, aber gestern diesen einen wunderschönen Tag bescherte. Wer könnte eine schönere Liebeserklärung an “den längsten Parkplatz der Welt” abgeben als Frank Goosen, VfL-Fan und Kultautor …

Happy New Year!

Das Jahr ist rum, ein neues ist angebrochen. In den vergangenen Wochen konnte man das Gefühl erlangen, es habe 2009 mehr Rückblicke gegeben als Begebenheiten. Deshalb spare ich mir einen 2009-Rückblick. Schauen wir lieber nach vorn! Im Ruhrgebiet, vor allem in Essen, wurde mit dem Glockenschlag um null Uhr auch ein ganz besonderes Jahr eingeläutet: das Jahr, in dem Essen und auch das ganze Ruhrgebiet Kulturhauptstadt sind. Wenn man sich ansieht, was in den nächsten 365 Tagen für Veranstaltungen, Aktionen und Themen geplant sind, möchte man sich am liebsten mehrfach klonen, um alles einsaugen zu können. Rund um RUHR2010 gibt es auch allerlei hübsche Aussagen, die das Ruhrgebiet treffend charakterisieren und mit den Vorurteilen brechen. So zum Beispiel der sehr wahre Satz des Schweizer Schriftstellers Adolf Muschg, der als Mitglied der deutschen Kulturhauptstadt-Jury im Februar 2005 die Metropole Ruhr bereiste:

Das Ruhrgebiet atmet nicht mehr Staub, sondern Zukunft.

Den offiziellen Imagefilm zur RUHR2010 gibt es hier:

Da bleibt mir nur, euch allen ein glückliches und zufriedenes Jahr 2010 zu wünschen!

Was bringt das neue Jahr?

Neben allerlei Vorsätzen wie “mit dem Rauchen aufhören”, “mehr Sport machen” und “Küchenschränke auswischen” stehen vor allem einige Lesungen im ersten Quartal an: Im Januar lese ich zum ersten Mal meine Kurzgeschichte aus Sex – Von Spaß war nie die Rede II in München. Gemeinsam mit Moses Wolff und Lino Wirag, die ebenfalls ihre Texte lesen. Und das in der schönen Buchhandlung Sinn & Sinnlichkeit, die direkt an der Reichenbachbrücke, also an der Isar liegt. http://www.sinnundsinnlichkeit.com/

Im Februar führt es mich nach Leipzig, worauf ich mich auch schon ganz besonders freue. Ich hoffe, dass ich Zeit finde, um mir die Stadt ein bisschen anzusehen, bevor es dann abends zur Lehmanns Buchhandlung geht. Regina Nössler wird aus Kerzenscheinphobie lesen, ich aus Scheinfrei. http://www.lehmanns.de/leipzig

Und im März kommt dann mein allererstes Heimspiel – ich lese bei der Rosa Strippe in Bochum. Allerdings vor geschlossener Gesellschaft. Im Sommer wird es aber eine Wiederholung geben, und dann öffentlich. http://www.rosastrippe.de/

Genaue Termine und Lesestätten sind unter Termine zu finden.

Und wer noch einen Tipp für 2010 braucht, der sollte sich schleunigst mit dem Programm von RUHR2010 vertraut machen. Am besten ist es, sich mal ein Jahr bezahlten Urlaub zu nehmen und alles zu besichtigen und mitzuerleben: http://www.ruhr2010.de

RUHR2010: Still-Leben im Ruhrgebiet

Bochum 2010

Bochum 2010

In wenigen Monaten ist es so weit: Das Jahr 2010 wird eingeläutet, und damit bricht auch die große Show im Ruhrgebiet an. Essen ist Kulturhauptstadt, und mit Essen der ganze Sektor: Damit die Städte endlich einmal als ein großes Ganzes wahrgenommen werden, steht das Jahr unter dem Motto RUHR2010. So wird also in allen Städten des Ruhrpotts schon seit Jahren geplant, getüftelt und ausgeführt.

Eine besonders schöne Aktion ist das “Still-Leben”: Die A 40, die wichtigste Autobahn des Reviers, die von der niederländischen Grenze aus 94 Kilometer lang über Duisburg, Mülheim, Essen und Bochum nach Dortmund führt, wird 31 Stunden lang für Autos gesperrt und für Fußgänger geöffnet. Darüber hinaus werden 20.000 Tische aufgestellt, an denen Austausch der Kulturen und Kennenlernen des Mythos Ruhr stattfinden soll. Eine wunderschöne Idee, finde ich.

Mehr zur RUHR2010 und dem Projekt Still-Leben gibt es unter http://www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/home.html

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